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Verhalten & Knigge

Marokko-Hotels & Reisen finden Angebote zum Bestpreis vergleichen · in Kooperation mit reise.de
Wer Marokko mit offenem Blick und ein wenig Fingerspitzengefühl bereist, wird herzlich empfangen. Diese Seite erklärt die wichtigsten Verhaltens- und Benimmregeln: angemessene Kleidung, das Feilschen auf dem Souk, Trinkgeld, Gastfreundschaft, Rücksicht im Ramadan, Fotografieren, Tischsitten und den respektvollen Umgang mit Religion und Königshaus.

Wie kleidet man sich angemessen?

Marokko ist ein muslimisch geprägtes Land, in dem eher zurückhaltende, den Körper bedeckende Kleidung geschätzt wird. Als Faustregel gilt: Schultern und Knie bedeckt zu halten, ist fast überall eine gute Wahl. Für Frauen empfiehlt sich in Städten und Dörfern lockere Kleidung, die Oberarme und Beine bedeckt – etwa lange, luftige Hosen, weite Röcke, Tuniken oder Kleider mit längeren Ärmeln. Ein leichtes Tuch im Gepäck ist praktisch, um bei Bedarf Schultern oder Kopf zu bedecken. Ein Kopftuch ist im Alltag jedoch keine Pflicht und wird von Reisenden nicht erwartet.

Männer sind mit langen Hosen und T-Shirt oder Hemd auf der sicheren Seite; sehr kurze Shorts und freier Oberkörper wirken außerhalb von Strand und Pool unpassend. In den großen Touristenzonen, an Hotelpools und Badestränden ist die Kleiderordnung deutlich lockerer, dort sind Badebekleidung und leichtere Sommerkleidung selbstverständlich. Sobald Sie sich aber in Wohnvierteln, auf Märkten, in kleineren Orten oder im ländlichen Raum bewegen, ist etwas mehr Zurückhaltung ein Zeichen des Respekts. An religiösen Orten gilt strengere Bedeckung: Vor dem Betreten von Bereichen mit religiöser Bedeutung sollten Arme und Beine bedeckt sein. Die meisten Moscheen sind ohnehin ausschließlich Muslimen vorbehalten und für Nichtmuslime nicht zugänglich – eine bekannte Ausnahme ist die weitläufige Hassan-II.-Moschee in Casablanca, die im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann.

Wie funktioniert das Feilschen?

Auf den Souks und in vielen kleinen Läden ist das Handeln um den Preis kein Streit, sondern ein freundliches, fast spielerisches Ritual, das zur Kultur gehört. Für Teppiche, Lederwaren, Lampen, Gewürze, Schmuck oder Souvenirs sind Festpreise die Ausnahme; der erste genannte Preis ist meist ein Startangebot und keine feste Größe. Wer sich darauf einlässt, erlebt das Feilschen als geselligen Austausch mit einem Tee, ein paar Höflichkeiten und viel Geduld.

Ein bewährtes Vorgehen: Zeigen Sie freundliches Interesse, fragen Sie nach dem Preis und nennen Sie dann ein Gegenangebot, das spürbar unter dem ersten Preis liegt. Von dort nähern sich beide Seiten in mehreren Schritten an, bis ein Betrag gefunden ist, mit dem alle zufrieden sind. Bleiben Sie dabei stets höflich, lächeln Sie und behalten Sie den Spaß an der Sache – lautes Auftreten oder herablassende Kommentare sind fehl am Platz. Wichtig ist die innere Haltung: Nennen Sie keinen Preis, den Sie nicht auch zahlen wollen, denn ein einmal ausgesprochenes Angebot gilt als verbindlicher Teil des Spiels. Wer sich innerlich unsicher ist, kann jederzeit freundlich abwinken und weitergehen; nicht selten folgt dann noch ein besseres Angebot. In Supermärkten, Apotheken und modernen Geschäften gelten dagegen feste Preise, hier wird nicht gehandelt. Wie Sie Ihr Reisebudget realistisch planen, lesen Sie in unseren Hinweisen zum Reisebudget.

Trinkgeld – wie viel ist üblich?

Trinkgeld – auf Französisch pourboire – ist in Marokko weit verbreitet und ein selbstverständlicher Teil des Alltags. Es begleitet viele kleine Dienstleistungen und wird als Geste der Wertschätzung verstanden, nicht als Almosen. Ein Grundprinzip: kleine Scheine und Münzen bereithalten, damit Sie flexibel bleiben, und lieber etwas geben als gar nichts, wo eine Leistung erbracht wurde.

Im Restaurant ist es üblich, das Wechselgeld aufzurunden oder einen kleinen Betrag auf der Rechnung zu belassen, wenn Sie zufrieden waren; in gehobenen Lokalen darf es entsprechend etwas mehr sein. Für das Gepäck im Hotel, für Zimmerreinigung, für Parkeinweiser, die auf der Straße auf Ihr Auto achten, oder für kleine Handreichungen ist ein Trinkgeld gern gesehen. Auch Fahrer und Reiseleiter auf mehrtägigen Touren freuen sich am Ende über eine Anerkennung, wenn Sie zufrieden waren. Konkrete Beträge lassen sich nicht pauschal festlegen, weil sie stark von Ort, Leistung und Ihrer eigenen Zufriedenheit abhängen – wichtiger als die genaue Höhe ist, dass die Geste freundlich und angemessen bleibt. Für Kartennutzung und Bargeldbedarf hilft ein Blick in unser Reisebudget, wo Sie auch praktische Hinweise zu Bargeld und Kleingeld finden.

Gastfreundschaft und der obligatorische Minztee

Gastfreundschaft ist ein zentraler Wert der marokkanischen Kultur, und Reisende erleben sie oft schon nach kurzer Zeit. Werden Sie zu einem Tee oder gar zu einem Essen eingeladen, ist das eine echte Ehre und ein Ausdruck von Herzlichkeit. Das Symbol dieser Gastfreundschaft ist der süße, heiße Minztee – eine Mischung aus grünem Tee, frischer Minze und reichlich Zucker, die kunstvoll aus großer Höhe in kleine Gläser gegossen wird. Der Tee wird zu vielen Gelegenheiten gereicht, beim Handeln im Laden ebenso wie beim Besuch in einem Privathaus.

Nehmen Sie eine solche Einladung nach Möglichkeit an, denn eine Ablehnung kann als Zurückweisung empfunden werden. Traditionell werden oft drei Gläser angeboten; es gilt als höflich, zumindest das erste anzunehmen. Wer eingeladen ist, bringt gern eine kleine Aufmerksamkeit mit – etwa Gebäck, Datteln, Obst oder etwas Süßes für die Kinder des Hauses. Loben Sie das Essen und die Gastgeber, essen Sie mit Appetit und lassen Sie sich Zeit; Eile wirkt unhöflich. Diese Momente gehören für viele Reisende zu den schönsten Erinnerungen an Marokko, weil sie einen echten, herzlichen Einblick in den Alltag der Menschen geben. Wer solche Begegnungen sucht, findet sie besonders auf einer Rundreise abseits der großen Zentren.

Worauf sollte man während des Ramadan achten?

Im Fastenmonat Ramadan verzichten gläubige Musliminnen und Muslime von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang auf Essen, Trinken und Rauchen. Der genaue Zeitraum verschiebt sich jedes Jahr, da er sich nach dem Mondkalender richtet. Als Reisende sind Sie nicht zum Fasten verpflichtet, doch Rücksicht und Diskretion sind ein wichtiges Zeichen des Respekts. Die Grundregel lautet: tagsüber in der Öffentlichkeit nicht auffällig essen, trinken oder rauchen, sondern solche Bedürfnisse dezent und außer Sichtweite stillen.

Viele Cafés und lokale Restaurants haben tagsüber geschlossen und öffnen erst zum Fastenbrechen. In Hotels, in touristisch geprägten Lokalen und in den eigenen vier Wänden können Sie hingegen normal essen und trinken; dort ist das kein Problem. Der Tagesrhythmus verschiebt sich spürbar: Am späten Nachmittag wird es ruhig, während die Menschen sich auf das Fastenbrechen – die Iftar – vorbereiten. Nach Sonnenuntergang erwacht das Leben mit einer besonders festlichen, geselligen Stimmung, Straßen und Cafés füllen sich bis tief in die Nacht. Wer diese Zeit erlebt, sollte die veränderten Öffnungszeiten einplanen, geduldig bleiben, wenn tagsüber manches langsamer läuft, und die abendliche Atmosphäre genießen. Eine freundliche, verständnisvolle Haltung wird von den Gastgebern sehr geschätzt.

Fotografieren und Privatsphäre – was ist erlaubt?

Landschaften, Architektur, bunte Märkte und stimmungsvolle Gassen bieten unzählige Motive – bei Menschen jedoch gilt: immer vorher fragen. Viele Menschen möchten nicht ungefragt fotografiert werden, und ein heimlicher Schnappschuss kann als aufdringlich oder respektlos empfunden werden. Ein freundliches Nachfragen mit Blickkontakt und einem Lächeln öffnet dagegen oft Türen und führt zu echten, entspannten Aufnahmen. Ein „Nein“ sollte man ohne Diskussion akzeptieren.

Auf den Souks und bei Straßenkünstlern, Wasserverkäufern oder Handwerkern ist Fotografieren mitunter mit einem kleinen Trinkgeld verbunden – das ist völlig legitim, schließlich stellen die Menschen ihr Bild oder ihre Arbeit zur Verfügung. Klären Sie das am besten vorher freundlich ab, damit es hinterher keine Missverständnisse gibt. Zurückhaltung ist auch bei religiösen Handlungen, an heiligen Orten und in privaten Situationen geboten. Bei Frauen ist besondere Sensibilität angebracht; hier sollte man erst recht nur mit ausdrücklichem Einverständnis fotografieren. Wer diese einfachen Regeln beachtet, wird mit ehrlichen Begegnungen und deutlich besseren Bildern belohnt, als es ein verstohlenes Foto je liefern könnte.

Essen und Tischsitten – worauf kommt es an?

Die marokkanische Küche ist gesellig, und viele Gerichte werden gemeinsam aus einer Schüssel oder einer Tajine gegessen. Traditionell isst man mit der rechten Hand, häufig mithilfe eines Stücks Brot, mit dem Soße und Gemüse aufgenommen werden. Die linke Hand gilt als unrein und wird beim Essen und beim Reichen von Speisen zurückgehalten; auch Geld oder Gegenstände überreicht man besser mit der rechten Hand. In Restaurants mit internationalem Publikum ist Besteck selbstverständlich, doch in privaten Haushalten und in traditionellen Lokalen ist das Essen mit der Hand die Regel.

Wird aus einer gemeinsamen Tajine gegessen, bedient man sich üblicherweise aus dem Bereich direkt vor sich und greift nicht quer über die Schüssel. Vor dem Essen wäscht man sich die Hände; oft wird dafür Wasser gereicht. Es gilt als höflich, das Essen zu loben und mit Appetit zuzugreifen – die Gastgeber freuen sich, wenn es schmeckt. Häufig wird nachgelegt, ohne dass Sie darum bitten; ein wenig auf dem Teller übrig zu lassen, signalisiert, dass Sie satt und zufrieden sind. Nehmen Sie sich Zeit, denn das gemeinsame Essen ist ein sozialer Anlass und keine schnelle Angelegenheit. Wer in einem Privathaus zu Gast ist, zieht vor dem Betreten der Wohnräume in der Regel die Schuhe aus – dazu gleich mehr.

Weitere Umgangsregeln: Begrüßung, Alkohol und heikle Themen

Die übliche Begrüßung ist das arabische Salam beziehungsweise Salam aleikum („Friede sei mit dir“), oft begleitet von einem Händedruck. Ein freundlicher Gruß, etwas Small Talk und die Frage nach dem Befinden gehören zum guten Ton, bevor man zur Sache kommt – Höflichkeit und Geduld sind mehr wert als Effizienz. Im Umgang zwischen Männern und Frauen ist Zurückhaltung angebracht: Reicht eine Frau nicht von sich aus die Hand, verzichtet ein Mann besser auf den Händedruck und begrüßt sie mit einer freundlichen Geste oder der Hand auf dem Herzen. Beim Betreten von Privathäusern – und von zugänglichen religiösen Räumen – zieht man die Schuhe aus; achten Sie darauf, ob am Eingang bereits Schuhe stehen.

Alkohol ist in Marokko erhältlich, spielt im öffentlichen Leben aber eine untergeordnete Rolle und sollte diskret konsumiert werden. In lizenzierten Restaurants, Bars und Hotels ist der Ausschank erlaubt und unproblematisch; auf offener Straße oder in konservativen Vierteln ist Alkohol dagegen unpassend. Trinken Sie mit Maß und respektieren Sie, dass viele Menschen aus religiösen Gründen keinen Alkohol anrühren. Zurückhaltung empfiehlt sich schließlich bei heiklen Themen: Der König und das Königshaus sowie die Religion genießen hohe Achtung, kritische oder respektlose Äußerungen dazu sind ein absolutes Tabu. Auch politisch sensible Fragen und öffentliche Zärtlichkeiten zwischen Paaren meidet man besser. Wer diese wenigen Grenzen beachtet, sich freundlich und offen zeigt, wird die berühmte marokkanische Gastfreundschaft in vollen Zügen erleben. Weitere praktische Hinweise für einen entspannten Aufenthalt bündeln wir in unseren Reiseinformationen.

Tipp – Ein paar Brocken der Landessprache öffnen Türen: Ein freundliches Salam zur Begrüßung, Shukran („Danke“) und La, shukran („Nein, danke“) beim Bummel über den Souk zeigen Respekt und Interesse. Halten Sie außerdem stets etwas Kleingeld für Trinkgelder bereit und tragen Sie ein leichtes Tuch bei sich, mit dem sich Schultern oder Kopf schnell bedecken lassen.

Häufige Fragen zum Verhalten in Marokko

Müssen Frauen in Marokko ein Kopftuch tragen?

Nein, ein Kopftuch ist für Reisende keine Pflicht und wird im Alltag nicht erwartet. Empfehlenswert ist jedoch zurückhaltende, den Körper bedeckende Kleidung, die Schultern und Knie bedeckt – besonders in Wohnvierteln, kleineren Orten und an religiösen Stätten. Ein leichtes Tuch im Gepäck ist praktisch, um bei Bedarf Schultern oder Kopf zu bedecken.

Darf man in Marokko Moscheen besichtigen?

Die meisten Moscheen sind ausschließlich Musliminnen und Muslimen vorbehalten und für Nichtmuslime nicht zugänglich. Eine bekannte Ausnahme ist die große Hassan-II.-Moschee in Casablanca, die im Rahmen von Führungen besichtigt werden kann. Vor dem Betreten sind schulterbedeckende Kleidung, lange Hosen oder Röcke und das Ausziehen der Schuhe selbstverständlich.

Wie verhält man sich als Tourist während des Ramadan?

Aus Rücksicht sollte man tagsüber in der Öffentlichkeit nicht auffällig essen, trinken oder rauchen. In Hotels und touristischen Lokalen ist das Essen kein Problem. Rechnen Sie mit veränderten Öffnungszeiten, da viele Cafés tagsüber geschlossen haben und erst zum Fastenbrechen öffnen. Nach Sonnenuntergang herrscht eine besonders festliche, gesellige Stimmung.

Ist Feilschen auf dem Souk Pflicht?

Auf den Souks und in vielen kleinen Läden gehört das Handeln zum kulturellen Spiel und wird erwartet. Steigen Sie freundlich mit einem Gegenangebot ein, das unter dem ersten Preis liegt, und nähern Sie sich in Ruhe an. Nennen Sie nur Preise, die Sie auch zahlen würden. In Supermärkten, Apotheken und modernen Geschäften gelten dagegen feste Preise.

Gut vorbereitet reisen: Wer die lokalen Gepflogenheiten kennt, bewegt sich entspannter durch das Land. Ergänzend lohnt ein Blick in unsere Hinweise zur Sicherheit und zum Reisebudget sowie in unsere allgemeinen Reiseinformationen. Wie Sie die Gastfreundschaft am besten erleben, zeigt eine Rundreise – ideal als Einstieg ist die quirlige Königsstadt Marrakesch.