Tanger an der marokkanischen Atlantikküste

Tanger liegt an der Straße von Gibraltar und gilt als Tor zu Europa.

Tanger, das Tor zu Europa

TangerDer Sage nach wurde die Stadt von Antaios, einem Sohn des Meeresgottes Poseidon und der Göttermutter Gaia, gegründet. Dieser wählte für seine Stadt die Stelle, an der Herkules die Erde gespalten hatte und so eine Verbindung zwischen dem Mittelmeer und dem Atlantik schuf. Das Wetter ist auf jeden Fall göttlich in der Hafenstadt. Am wärmsten ist es in Tanger von Juli bis September, dann steigen die Temperaturen auf knapp 30° C an.

Anreise

Tanger ist sehr gut mit dem Flugzeug zu erreichen. Der Tanger-Ibn Batouta International Airport liegt nur 6 km vom Zentrum der Stadt entfernt. Mehrere Fluggesellschaften bieten Direktflüge aus deutschsprachigen Ländern an. Vom Flughafen aus fahren speziell eingerichtete Busse in die Innenstadt.

Es ist auch möglich, von Deutschland aus mit der Bahn nach Tanger zu reisen. Dabei fährt man über Paris weiter nach Madrid und von dort nach Algeciras an der spanischen Küste. Mit der Fähre geht es dann weiter nach Tanger. Die Fahrt dauert insgesamt ca. 60 Stunden und lohnt sich vor allem für Reisende, die Aufenthalte in den anderen Städten einplanen möchten.

Geschichte

Die Gründung der Stadt geht auf die Karthager zurück. Im 5. Jahrhundert v. Chr. legten sie den Grundstein für die Siedlung Tingis. Diese wurde zunächst von den Römern erobert, die sich aber später den Byzantinern beugen mussten. Im Jahr 702 n. Chr. konnten schließlich die Araber die Herrschaft über die Stadt an sich reißen.

Die arabische Herrschaft dauerte lange an, erst 1471 gelang es den Portugiesen, Tanger zu erobern. 1580 konnten die Spanier die Macht an sich reißen, 1661 geriet die Stadt unter die Regierungsgewalt der Briten, da Katharina von Braganza sie als Mitgift in ihre Ehe mit Charles II. einbrachte. Schließlich übergab Großbritannien Tanger 1684 an die Dynastie der Alawiden.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Stadt zum marokkanischen Zentrum europäischer Wirtschaft und Politik. Als Marokko 1912 seine Unabhängigkeit verlor, war der Status von Tanger zunächst lange unklar. 1923 wurde die Stadt mit einem kleinen Gebiet rundherum zur Internationalen Zone von Tanger erklärt. Die Verwaltung teilten sich zunächst 7, später 8 verschiedene Staaten. Frankreich, Spanien, Großbritannien, Niederlande, Belgien, Portugal und Schweden teilten das Gebiet unter sich auf, 1928 stieß noch Italien mit dazu. Der Hafen von Tanger unterlag keinen Zöllen, so dass der Schmuggel zu blühen begann.

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Diese Situation blieb bestehen, bis Tanger wegen des 2. Weltkriegs allein unter spanische Verwaltung gestellt wurde. Mit dem Ende des Krieges endete dann aber auch die Alleinherrschaft der Spanier, Tanger wurde wieder internationales Gebiet, wobei statt Italien nun die USA und die UdSSR die Stadt mit verwalteten. In den 40er und 50er Jahren war die freizügige Stadt Anlaufpunkt für europäische und amerikanische Schriftsteller, Aussteiger und Außenseiter der Gesellschaft.

Dieser Zustand endete am 29. Oktober 1956, als die Protokolle von Tanger in Kraft traten. Tanger wurde mit dem wieder unabhängig gewordenen Marokko vereint und verlor seine Freizügigkeit. In diesem Jahr wanderten um die 40.000 Juden aus der Hafenstadt aus.

In den 60er und 70er Jahren erlebte Tanger erneut eine kulturelle Blütezeit. Die Stadt galt als Mekka der Literatur. Berühmte Vertreter der Popliteratur wie Paul und Jane Bowles, Tennessee Williams, Jack Kerouac und Truman Capote wählten Tanger als Aufenthaltsort. Der berühmteste marokkanische Schriftsteller, Mohamed Choukri, lebte ebenfalls in dieser Stadt. Auch heute noch wählen Schriftsteller gerne Tanger als Heimat, wie z.B. Bernard-Henri Lévy.

Sehenswürdigkeiten

Jamaa el Kebir

Jamaa el Kebir

Der Höhepunkt von Tanger ist die belebte Medina rund um den Petit Socco mit ihren Souks. Das Kasbah-Viertel wird von einer Stadtmauer umrundet, die noch auf die Römer zurückgeht. Die Moschee Jamaa el Kebir mit ihrem beeindruckenden Minarett ist ein weiteres Highlight von Tanger.

Das Musée de la Casbah zeigt archäologische Fundstücke aus 2.000 Jahren Geschichte. Das Prachtstück der Ausstellung ist ein aus Volubilis stammendes Bodenmosaik mit dem Titel Seefahrt der Venus. Die Kunstgalerien in Tanger präsentieren Werke marokkanischer und europäischer Künstler.

Die Nekropole von Marshan lohnt einen Besuch. Die in den Fels gehauenen Steinkistengräbern stammen ursprünglich von den Karthagern und wurden in römischer Zeit wiederverwendet.

Ungefähr 30 km östlich von Tanger liegt die Grottes d`Hercule. Die Grotte wurde früher einmal von Menschen bewohnt und ähnelt in ihrem Aufbau den Konturen Afrikas. Bei der Grotte gibt es ein sehr gutes Fischrestaurant, von dem aus man eine fantastische Aussicht auf das Meer hinaus hat, die besonders schön bei Sonnenuntergang ist.

Freizeit-Tipps

In Tanger gibt es einen neu eröffneten Wasserpark mit 5 Rutschen, von denen die längste 55 m misst. Von Juni bis September findet der Marokkanische Dom, ein Jahrmarkt, statt. Jedes Jahr im Sommer wird das Tanjazz-Festival in der Hafenstadt abgehalten, auf dem internationale Größen des Jazz ihr Können zeigen.

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