Die marokkanische Hauptstadt Rabat

Rabat ist die ruhige und gepflegte Hauptstadt von Marokko.

Königsstadt am Atlantik

RabatSeit 1956 ist Rabat Hauptstadt von Marokko. Die weiße Königsstadt ist mit ihren 1.722.860 Einwohnern die zweitgrößte Stadt des Landes. Der königliche Palast sowie fast alle Verwaltungsorgane, Ministerien und Botschaften haben ihren Sitz in Rabat. In die schöne Stadt an der Atlantikküste verirren sich nur wenige Reisende, so dass man hier einen ruhigen Urlaub abseits des Massentourismus verbringen kann.

Anreise

Wer mit dem Flugzeug anreisen möchte, muss einen Zwischenstopp in Paris oder Madrid in Kauf nehmen, da es von deutschsprachigen Ländern aus keine Direktflüge gibt. Der internationale Flughafen Rabat-Salé liegt ca. 8 km vom Zentrum der Stadt entfernt. Die Bahnverbindungen nach Casablanca sind sehr gut, so dass man auch auf diese Weise Rabat erreichen kann. Von Santa Cruz de la Palma, der Haupstadt der Kanareninsel La Palma, aus verkehren im Sommer wöchentlich Linienschiffe in die marokkanische Hauptstadt.

Geschichte

Archäologische Funde deuten darauf hin, dass die Gegend des heutigen Rabat schon in neolithischer Zeit besiedelt war. Die Phönizier errichteten wahrscheinlich einen Hafen an dieser Stelle. Sicher ist, dass im 3. Jahrhundert v. Chr. die karthagische Siedlung Sala an der Stelle des heutigen Rabat gegründet wurde. Im 1. Jahrhundert n. Chr. eroberten die Römer Sala. Unter Kaiser Trajan erhielt die Siedlung Stadtrechte.

In den nächsten Jahrhunderten gab es keine durchgängige Besiedlung des Ortes. Erst gegen Ende des 10. Jahrhunderts, als ein Berberstamm sich hier ansiedelte, entwickelte sich die Siedlung weiter. Die Berber errichteten eine so genannte Ribat, eine islamische Grenzfestung, an der Stelle, wo heute die Kasbah steht. Diese verlieh der späteren Stadt Rabat ihren Namen.

Von 1061 bis 1147 hatten die Almoraviden die Vorherrschaft in Marokko inne, danach kam die Dynastie der Almohaden an die Macht. Diese baute den Ribat ab 1150 zu einer befestigten Palastanlage um und errichtete Wohnhäuser. Etwas später kamen die mächtigen Stadtmauern mit ihren gigantischen Toren und die Große Moschee dazu.

Im 13. Jahrhundert eroberten die Meriniden das Reich der Almohaden. Für Rabat zeigten sie kein besonderes Interesse, so dass die Stadt sich zurückbildete. Im Jahr 1500 waren kaum noch 100 Häuser bewohnt. Ein Wachstum verzeichnete die Stadt erst wieder, als die Reconquista dazu führte, dass die nicht christliche Bevölkerung aus Spanien vertrieben wurden. Zwischen 1609 und 1614 siedelten sich zahlreiche Mauren und Morisken auf dem Stadtgebiet an.

1627 erfolgte die Gründung der Piratenrepublik Bou-Regreg. Die Seeräuber organisierten sich und bildeten ein eigenes kleines Reich inmitten des von den Saadiern beherrschten Landes. Die Stadt war in den folgenden Jahren hart umkämpft. Die Piratenrepublik konnte sich bis 1668 halten, dann eroberten die Alawiden Rabat.

Im 17. Jahrhundert entwickelte sich Rabat zu einer wichtigen Hafenstadt für den Handel. Da es viele Angriffe von Piraten auf Handelschiffe gab, die sich bis ins 19. Jahrhundert hinein fortsetzten, wurde die Stadt des Öfteren von den Franzosen und Engländern unter Beschuss genommen. Ein Erdbeben im Jahr 1755 zerstörte große Teile von Rabat. 1765 wurde die Stadt von der französischen Flotte bombardiert, um dem Treiben der Piraten endgültig Einhalt zu gebieten, mit dem Ergebnis, dass Frankreich ein Konsulat errichtete. Die Piraten trieben allerdings weiter ihr Unwesen, erst 1829 löste Österreich das Problem, als es alle marokkanischen Küstenstädte unter Beschuss nahm, weil ein österreichisches Handelschiff von den Seeräubern versenkt worden war.

Politische Unruhen prägten Marokko im 19. Jahrhundert. 1845 erhoben sich die Einwohner Rabats gegen einen vom Sultan eingesetzten Gouverneur und setzten einen aus ihren eigenen Reihen auf den Posten. Die Bevölkerung wurde stark durch eine Cholera-Epidemie im Jahr 1854 dezimiert. Anfang des 20. Jahrhunderts löste der nun größere Hafen von Casablanca Rabat als Handelszentrum ab. Ab 1907 rebellierte Mulai Abd al-Hafiz gegen die Herrschaft seines Bruders in Marokko und wurde schließlich 1909 von den Franzosen als neuer Sultan anerkannt. 1912 wurde ein Protektoratsvertrag aufgesetzt. Rabat wurde zur Verwaltungshauptstadt von Französisch-Marokko. Bis zur Unabhängigkeit Marokkos 1956 blieb Rabat unter französischer Herrschaft.

Sehenswürdigkeiten

Die UNESCO hat Rabat 2012 zum Weltkulturerbe erklärt. Die von den Almohaden errichtete 5250 m lange Stadtmauer rund um die Medina ist fast vollständig erhalten. Sehenswert ist das auf der Westseite gelegene Tor Bab el Had. Im Südwesten befindet sich der Königspalast mit seinem prächtigen Garten innerhalb der Stadtmauern.

Kasbah des Oudaïas

Kasbah des Oudaïas

Zur Kasbah des Oudaïas gelangt man am besten vom Place Souk el Ghezel aus. Die älteste Moschee der Stadt, die aus dem 12. Jahrhundert stammende Jama al Atiq, liegt innerhalb der Kasbah. Unterhalb des Eingangstores zur Festungsanlage befindet sich, etwas versteckt, das Musée des Oudaïas, in dem Kunsthandwerk ausgestellt wird.

Das Musée Archéologique im Stadtteil Ville Nouvelle bietet einen ausgezeichneten Einblick in die marokkanische Geschichte. In dem kolonialen Viertel steht auch das Wahrzeichen der Stadt, der Hassan-Turm, Minarett einer unvollendeten Moschee aus dem Jahre 1191. Sehenswert ist außerdem die 1991 eingeweihte schneeweiße Kathedrale Saint-Pierre. Prächtig anzusehen ist das Mausoleum von Mohammed V. aus weißem Marmor. In der Kunstgalerie Bab Rouah werden zeitgenössische marokkanische Werke ausgestellt.

Südöstlich von der Innenstadt befindet sich die Chellah, eine Nekropole der Meriniden. Auf keinen Fall verpassen dürfen Sie die Souks und das Kunsthandwerkerviertel. Rabat ist bekannt dafür, dass hier die besten Teppiche Marokkos hergestellt werden.

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