Königsstadt Fès

Mit etwas mehr als einer Millionen Einwohner ist Fès die drittgrößte Stadt Marokkos.

Fès – Königsstadt und geistiges Zentrum

FèsDie ehemalige Haupstadt von Marokko zählt zu den größten mittelalterlichen Städten der Welt. Fès ist die älteste der vier Königsstädte in Marokko und besitzt zudem die älteste noch bestehende Bildungseinrichtung weltweit. Die Universität al-Qarawiyīn wurde schon 859 als Madrasa gegründet. Dass das religiöse Leben für die Einwohner sehr wichtig ist, kann man schon an den knapp 180 Moscheen im Stadtgebiet sehen. Wer kulinarischen Genüssen frönen möchte, ist in Fès genau richtig. Die Küche der Königsstadt gilt als die beste Marokkos.

Anreise

Der internationale Flughafen Fes-Saiss wird direkt von deutschsprachigen Ländern aus angeflogen. Von Casablanca, Rabat und Tanger aus gibt es gute Bahnverbindungen nach Fès. Zu empfehlen ist eine Fahrt in der 1. Klasse, die nicht wesentlich teurer als die 2. ist. Busse der CTM fahren von allen größeren Städten nach Fès. Von Mèknes aus kann man über die Autobahn in die Königsstadt fahren.

Geschichte

Dort, wo man heute das Viertel der Andalusier findet, gründete Idris I. 789 die Siedlung „Medinat Fas“. Am gegenüberliegenden Ufer des Wadi Fes rief Idris II. im Jahr 809 die Stadt „al-Aliya“ ins Leben. Diese entwickelte sich prächtig, ein Palast, eine Moschee und eine Markthalle gehörten bald zum Stadtbild. Zwei Einwanderungswellen sorgten dafür, dass sich al-Aliya schnell vergrößerte.

Moschee al-Qarawiyīn

Moschee al-Qarawiyīn

Die Einwanderer brachten ihr Wissen aus Europa mit. So entwickelte sich die Stadt zum kulturellen Zentrum des Landes. Die Tochter eines reichen Kaufmanns, Fatima el-Fihrya, hatte geschworen, ihr gesamtes Erbe für den Bau einer Moschee zu stiften. Ihr ist es zu verdanken, dass 859 die Moschee und die Madrasa al-Qarawiyīn errichtet wurde. Die Koranschule wurde 1957 in eine Universität umgewandelt.

Da sich in Fès viele wichtige Handelsrouten kreuzen und die Region reich an Rohstoffen ist, erlebte die Stadt einen wirtschaftlichen Aufschwung. Im Mittelalter wurden Medinat Fas und al-Aliya vereinigt, die Stadtmauer zwischen den beiden Siedlungen wurde kurzerhand eingerissen. Die ganze Zeit hindurch war Fès die Hauptstadt des Landes.

Dies änderte sich, als die Almoraviden im 11. Jahrhundert an Macht gewannen und Marrakesch zu ihrer Hauptstadt machten. Als die Meriniden 1250 die Stadt einnahmen, wurde Fès erneut zur Hauptstadt erklärt. 1276 errichteten diese eine neue Stadt mit Palästen, Gärten und einer Stadtmauer. Diese wurde bald als Fès el Jedid („das neue Fès“) bekannt.

Zu Beginn des 14. Jahrhunderts erlebte Fès eine kulturelle Blütezeit. Schließlich eroberten 1471 die Wattasiden die Stadt. 1522 sorgte ein starkes Erdbeben dafür, dass viele Bauwerke zerstört wurden. Neue Gebäude entstanden daraufhin. Im Jahr 1554 gelang es den Saadiern, die Stadt zu erobern. Sie errichteten zwei Festungen, verlegten jedoch die Hauptstadt nach Marrakesch.

Zum Ende des 17. Jahrhunderts begann die Ära der Alawiten-Dynastie. Mulai Ismail wählte Meknès als seine Residenz. Sein Nachfolger, Mulai Abdallah, machte wiederum Fès zur Hauptstadt und baute die Stadt aus. Gepflasterte Straßen, Brücken, Moscheen und Madrasas wurden restauriert oder neu gebaut.

Im 19. Jahrhundert wurde der Palast Boujeloud errichtet, der eine Verbindung zwischen den beiden alten Stadtteilen schaffte. Fès blieb die Hauptstadt Marokkos, bis die Franzosen das Land 1912 unter ihre Schirmherrschaft stellten. Der neue Verwaltungssitz und offizielle Hauptstadt wurde Rabat. Doch auch heute noch residiert der König gerne in Fès, das weiterhin Zentrum der Kultur, des Handels und des Handwerks ist.

Sehenswürdigkeiten

Die Medina von Fès ist die größte Altstadt weltweit. Seit 1981 gehört sie zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die blauen Kacheln, die der Verzierung dienen, sind das Wahrzeichen der Stadt. Das Herz der Medina bilden die Qarawiyīn-Moschee und -Universität. Aus der Zeit der Saadier sind noch zwei Festungen erhalten. Da die Straßen sehr eng sind, fahren keine Autos in der Medina. Dafür trifft man häufig auf Lasttiere oder Ziehwagen, selten sieht man junge Marokkaner auf Rollern oder Motorrädern.

Stadttor FèsSehenswert sind die hübsch gestalteten Tore der Stadtmauer, die die Medina umgibt. Der lebhafte Souk gliedert sich in verschiedene Partitionen, es gibt einen Holz-, einen Keramik-, einen Metall- sowie einen Ledersouk. Aus dem 14. Jahrhundert stammen die beiden Medersas Bou Inania und Attarine. Auf dem Place Nejjarin befindet sich ein Museum für Holzschnittkunst. Im ehemaligen Wesirspalast ist heute das Batha-Museum untergebracht. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist Zaouia Idris II., die Grabmoschee des 2. Stadtgründers.

In der mittelalterlichen Neustadt steht der Königspalast, den man aber nur von außen besichtigen kann. Auch die Mellah, das jüdische Viertel, befindet sich hier. Synagogen und der jüdische Friedhof können auf Nachfrage besichtigt werden.

In den Außenbezirken von Fès befinden sich der Borj Nord, in dem heute ein Waffenmuseum untergebracht ist, und der Borj Sud, von dem aus man einen wundervollen Blick über die Stadt genießen kann. Beide stammen aus dem 16. Jahrhundert. Außerdem sind die Merinidengräber aus dem 14. Jahrhundert sehenswert.

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