Die Stadt Fes befindet sich im Norden Marokkos und hat ungefähr 940.000
Einwohner.
Sie gilt wegen ihrer religiösen Geschichte als das geistige Kern des Staates. Aufgrund seiner historischen Altstadt, die
typisch orientalisch aufgebaut wurde, untersteht die Altstadt von Fes dem Schutze
der UNESCO.
Im Jahre 789 n. Chr. wurde sie mit der Bezeichnung „Medinat Fas“
von Idris I., Herrscher der Idrisiden, gegründet. Seine Nachfolger, die aus
seiner Familie stammten, liessen in kurzer Zeit eine Moschee, eine Markthalle und
einen wunderschönen Palast erbauen.
Andalusische und tunesische
Einwanderer brachten dann im 9. Jahrhundert neue technische Fähigkeiten in der
Handwerkskunst nach Fes, wodurch Fes eine besondere Stellung in der Wirtschaft einnahm. Eine wichtige Bedeutung für die Wissenschaft und Religion war
zudem die Gründung der Universitätsmoschee „al-Quairawiyin“ im Jahre 859. Durch
die gute Position in den Handelswegen gab es in der Stadt einen großen
wirtschaftlichen Aufschwung. Dies liess sich vor allem auf das Handwerk mit mit
Rohstoffen wie Holz, Stein und Ton zurückführen. Wegen der Almoraden-Gründung
im 11. Jahrhundert verlor Fes dann aber ihren Status als Hauptstadt an Marrakesch. Mit der Durchsetzung der Meriniden im Jahr 1290 wurde sie wieder Hauptstadt.
Anschließend verlor sie den Status als Hauptstadt in der frühen Neuzeit an
Marrakesch, was mit der Herrschaft der Saaddier in verbindung stand. Die letzte
Dynastie der Alawiden machte Fes dann schließlich bis zum Jahre 1912 zu dem
Hauptsitz der Dynastie.