Marokkanische Literatur

Die marokkanische Literatur ist in arabisch, berberisch und französisch verfasst und richtet sich stark an die Menschen Marokkos.

Geschichte der marokkanischen Literatur

marokko-buecher-arabischDie Kultur- und Geschichtenerzählung auf Papier begann unter der Herrschaft der Almohaden-Dynastie, die von der europäischen Literatur beeinflusst wurde.

Die Koutoubia-Moschee von Marrakesch, die von den Almohaden erbaut wurde, beherbergt seit frühster Zeit Bücher, Manuskripte, Buchläden und Büchereien und gilt als erster Bücher-Basar der Welt. Der Almohaden-Kalif Abu Yakub sammelte sehr gerne Bücher und gründete eine große Bibliothek, die sich in einer Kasbah befand und später auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.

Moderne marokkanische Literatur

Die moderne marokkanische Literatur entwickelte sich seit den frühen dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts in Marokko. Als Marokko französisches und spanisches Protektorat war, konnten die marokkanischen Intellektuellen die literarischen Freiheiten genießen und schrieben ohne politische Einschränkungen. In den fünfziger und sechziger Jahren war Marokko ein Kulturzentrum für berühmte Autoren wie Tennessee Williams, Paul Howles und William S. Burroughs.

Bekannte Autoren

Führende Autoren, die als Symbolfiguren betrachtet werden, sind Mohamed Choukri, der in arabisch schrieb, und Driss Chraïbi, der seine Romane in französischer Sprache verfasst hat.
Mohamed Choukris Buch Das nackte Brot war wegen seines schonungslosen Realismus und den Darstellungen von Homosexualität lange Zeit in Marokko verboten. Erst seit den 1980er Jahren ist es wieder erhältlich. Das Werk zählt zu den bedeutendsten Texten der modernen arabischen Literatur und wurde in 40 Sprachen übersetzt.
Driss Chraïbi veröffentlichte 1954 seinen ersten Roman Le passé simple. Die Abrechnung mit der traditionellen marokkanischen Gesellschaft löste einen Skandal aus und blieb bis 1977 in Marokko verboten.

Als bedeutendster Vertreter der französischsprachigen Literatur aus dem Maghreb gilt Tahar Ben Jelloun. Seine Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt. 2011 veröffentlichte er sein Werk Arabischer Frühling, das sich mit den Protesten in der arabischen Welt auseinandersetzt. Dafür erhielt er den Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück.

Fatima Mernissi ist Soziologin und überzeugte Feministin. Ihr Forschungsgebiet ist vor allem die Rolle der Frau im Islam. Der Islam hat die Stellung der Frau in der arabischen Welt geprägt. Mernissi prangert an, dass die Botschaft des Islams ist, dass die Menschheit nur aus Männern besteht, was man unter anderem an den Sexualvorschriften sehen kann. Sie publiziert hauptsächlich auf englisch und französisch, um sich frei ausdrücken zu können.

Der marokkanische Schriftsteller und Journalist Abdellah Taïa bekennt sich öffentlich zu seiner Homosexualität. Seit 1998 lebt er im selbstgewählten Exil in Paris. In seiner Heimat war er massiven Anfeindungen ausgesetzt. Seine Werke tragen autobiografische Züge, berichten von seinem Leben als Homosexueller in einer schwulenfeindlichen Umgebung und den gesellschaftlichen Erfahrungen der 1980er und 1990er Jahre in Marokko.

Andere bekannte marokkanische Autoren sind Driss ben Hamed Charhadi, Mohammed Berrada, Badia Hadj Nasser, Leila Abouzeid, Malika Oufkir, Nadia Yassine, Mohamed Zafzaf und Fouad Laroui.

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